Vom Senior Designer zum Creative Director: So gelingt der Aufstieg
Der Sprung in eine Führungsrolle bedeutet mehr Einfluss, mehr Gestaltungsspielraum und mehr Verantwortung. Viele Senior Designer wollen den nächsten Schritt gehen, wissen aber nicht genau, wo sie anfangen sollen.
Dabei scheitert der Aufstieg selten an fehlendem Talent im Design. Meistens sind es ein paar konkrete Dinge, die den Unterschied machen. Und die lassen sich lernen.
Lies hier, was du tun kannst, um erfolgreich in die Rolle einer kreativen Führungskraft zu treten.
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Was unterscheidet eine Führungskraft vom Senior Designer?
Als Senior Designer bist du gut darin, zu gestalten und Probleme zu lösen. Meistens alleine oder eng mit einem kleinen Team. Du kennst deine Tools, du lieferst gute Qualität, du weißt vor allem wie gutes Design aussieht. Aber eine Führungsrolle als Creative Director, Design Director oder auch Head of Design (je nach Unternehmen variieren die Titel, es ist nicht einheitlich festgeschrieben) funktioniert anders.
Der größte Unterschied: Du bist nicht mehr hauptsächlich für deine eigene Arbeit verantwortlich, sondern für die Arbeit anderer. Das klingt simpel, ist aber ein echte Umstellung. Im Kopf und in deinem Alltag.
Konkret bedeutet das, dass du Dinge können musst, die im Designer-Alltag kaum eine Rolle spielen:
Entscheidungen begründen: Du guckst nicht nur, was ästhetisch ist, sondern hast auch den Kontext von Geschäftszielen und Nutzerdaten im Kopf ( das ist wirklich nicht zu unterschätzen)
Teams führen: Du hast mehrere neue Rollen und Verantwortungsbereiche, denn du delegierst, bist Ansprechpartner bei Konflikten und löst sie, du coachst und du priorisierst
Stakeholder einbinden: Du hast vor allem Meetings (mit Kunden, deinen Vorgesetzten etc.) denn, du bist verantwortlich und kommunizierst regelmäßig den Stand deiner Projekte, managst Erwartungen und baust Vertrauen auf.
Prozesse gestalten: Design-Systeme, Qualitätsstandards, skalierbare Abläufe
Das heißt nicht, dass du unbedingt aufhörst zu designen. Doch um ehrlich zu sein, ich kenne kaum einen Creative Director, der wirklich noch Zeit für Layouts hatte. Tatsächlich wollen sie gerne gestalten und auch ihren Input liefern, aber das war dann immer ein Krampf. Für sie und für das Team.
Und genau das überfordert viele am Anfang, weil sie nicht mit den vielen neuen Aufgaben gerechnet haben und nicht wirklich dafür vorbereitet wurden.
Manche Agenturen bieten ein Führungskräftetraining an. Oft für 1-2 Tage. das ist sinnvoll und nützlich, doch aus meiner Erfahrung kommen die ersten echten Herausforderungen kurz danach und über einen längeren Zeitraum.
Die häufigsten Fehler auf dem Weg nach oben und wie du sie vermeidest
Der Wechsel in eine Führungsrolle scheitert selten an fehlendem Talent. Meistens sind es ein paar typische Muster, die deinen Aufstieg bremsen und die lassen sich vermeiden, wenn du sie kennst. Ich liste sie dir hier auf:
Du zeigst was du kannst, aber nicht wie du denkst
Ein Portfolio voller guter Arbeiten reicht für eine Führungsrolle nicht aus. Entscheidend ist, dass du zeigst, wie du an Probleme herangehst: Was war die Ausgangssituation? Welche Entscheidungen hast du getroffen und warum? Was hat es gebracht? Wer nur fertige Screens zeigt, wirkt wie ein guter Umsetzer, aber nicht wie jemand, der ein Team führen kann.
Du sprichst über Design, nicht über Wirkung
„Das Interface (oder Branding) ist klarer geworden" ist kein Argument für eine Führungsetage. „Die Conversion hat sich um 18% verbessert" schon eher. Wenn du Design-Entscheidungen nicht mit messbaren Ergebnissen verknüpfen kannst, wird es schwer, intern ernst genommen zu werden – egal wie gut deine Arbeit ist.
Du dokumentierst Erfolge als deine, nicht als Teamerfolge
In einer Führungsrolle zählt, was das Team erreicht, nicht was du persönlich beigetragen hast. Wer das nicht früh übt, fällt in Gesprächen über Beförderungen schnell als Einzelkämpfer auf.
Du wartest darauf, dass jemand dich fragt
Führungsverantwortung bekommt man selten geschenkt. Meistens musst du sie dir aktiv holen. Durch sichtbare Initiative, durch Übernahme von Verantwortung, durch klare Kommunikation der eigenen Ziele. Sprich es also ruhig im nächsten Feedbackgespräch an.
So positionierst du dich in einer Designagentur für die nächste Stufe
In einer Agentur ist der Weg nach oben oft weniger klar definiert als in einem Produktunternehmen. Es gibt selten einen festen Karrierepfad, der einfach abgearbeitet werden kann. Das bedeutet: Du musst ihn dir selbst sichtbar machen – nach innen und nach außen.
Sprich offen über deine Ziele
Das klingt selbstverständlich, wird aber überraschend selten gemacht. Sag deinem Vorgesetzten konkret, wohin du willst.
Übernimm Verantwortung, bevor du den Titel hast
Warte nicht auf die offizielle Beförderung, um dich wie eine Führungskraft zu verhalten. Fang am besten schon jetzt an dir neue Skills anzueignen.
Baue regelmäßige Touchpoints mit anderen Abteilungen auf
Als Creative Director wirst du ständig mit Produkt, Marketing, Strategie und Kunden sprechen. Fang jetzt damit an. Bring dich in Kundenpräsentationen ein, mach deine Arbeit für andere Bereiche sichtbar und verständlich. (Zugegeben nicht jede Agentur hat solche Abteilungen. Aber auch dann: bring dich kompetenzübergreifend ein.)
Dokumentiere, was du leistest
Halte fest, welche Projekte du verantwortet hast, welche Entscheidungen du getroffen hast und was dabei rausgekommen ist. Erstmal nur für dich. Diese Dokumentation wird die Grundlage für dein Portfolio, deine nächste Gehaltsverhandlung und das Gespräch über deine Beförderung.
Konkrete Schritte für deinen Aufstieg
Vieles davon klingt erstmal abstrakt. Und vielleicht bist du eher in einer kleineren Agentur und manches trifft davon gar nicht auf dich zu. Doch ich will dich ermutigen groß zu denken. Deshalb hier ein paar Dinge, die du konkret angehen kannst – unabhängig davon, wo du gerade stehst.
Definiere deine Zielrolle
„Ich will mehr Verantwortung" ist kein Plan. Überleg dir genau, welche Rolle du anstrebst und was sie konkret bedeutet – in deiner Agentur, in deiner Branche.
Überarbeite dein Portfolio
Erstelle drei bis fünf Cases, die nicht nur zeigen, was du gestaltet hast, sondern wie du gedacht und entschieden hast. Jeder Case sollte eine klare Struktur haben: Was war das Problem? Was war dein Ansatz? Was hat das Team umgesetzt? Was hat es gebracht?
Hol dir Feedback von deinen Kunden
Frage deine Kunden, mit denen du eng an einem Projekt zusammen gearbeitet hast nach Feedback. Du kannst hier ganz einfach sagen, dass du dich gerne verbessern möchtest. Auch das sind starke Argumente für dein nächstes Gespräch.
Bilde dich gezielt weiter
Du musst keine wochenlangen Seminare oder Fortbildungen besuchen. Bücher tun es am Anfang auch. Leadership-Grundlagen, Produktstrategie, OKRs und KPIs, agile Methoden. Lerne die Sprache kennen, die in Führungsgesprächen gesprochen wird und was eine gute Führungskraft ausmachen.
Mach deine Absichten intern sichtbar
Sei präsent, melde dich in Meetings zu Wort, zeig Haltung zu strategischen Fragen. Wer still im Hintergrund arbeitet, wird oft übersehen, auch wenn deine Arbeit gut ist.
Dein 6-Monats-Plan zum Creative Director
Theorie ist gut, ein konkreter Plan ist besser. Hier ist ein realistischer Einstieg, kein perfekter Masterplan, aber ein Rahmen, den du an deine Situation anpassen kannst.
Monat 1 und 2: Klarheit schaffen
Bevor du loslegst, weißt du genau wohin. Definiere deine Zielrolle und sprich offen mit deinem Vorgesetzten darüber. Schau dir dein Portfolio an und identifiziere, welche Cases du überarbeiten oder neu aufbauen willst. Fang an, einen Kollegen oder eine Kollegin zu begleiten.
Monat 3 und 4: Verantwortung übernehmen
Steig aktiv in ein größeres Projekt ein, idealerweise mit einem cross-funktionalen Team (wenn deine Agentur so groß ist und alles abdeckt natürlich). Sei präsent und zeig, dass du das große Ganze im Blick hast.
Monat 5 und 6: Sichtbarkeit aufbauen
Treib ein Prozess- oder Design-System-Projekt voran, das über deine eigene Arbeit hinausgeht. Dokumentiere die Ergebnisse sauber. Und dann such das Gespräch – konkret und vorbereitet – mit deinem Vorgesetzten über den nächsten Karriereschritt. Nicht als Frage, sondern als Aussage: Das ist, wo ich hinwill. Das habe ich dafür getan. Was brauche ich noch?
Gleichzeitig kannst du dich von Anfang an in Führungskompetenzen weiterbilden und sie direkt anwenden.
Wo stehst du gerade?
Der Weg vom Senior Designer zur Führungskraft sieht für jeden anders aus: je nach Agentur, Rolle und dem, was du dir konkret vorstellst.
Wenn du wissen willst, was bei dir als nächstes Sinn macht, buch dir direkt ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen uns gemeinsam an, wo du gerade stehst und welche Schritte dich deiner Zielrolle näher bringen.